• Claudia Buzzelli

Problembrille oder Lösungsbrille?




Im Zuge des starken Wandels in unserer Arbeitswelt von hierarchischen zu agilen Organisationen haben sich zahlreiche Unternehmen einen radikalen Kulturwandel auf die Fahne geschrieben. In den meisten Fällen wird neben anderen Faktoren eine fehlerfreundliche Kultur angestrebt. Damit ist nicht gemeint, dass man bei Fehlern nun einfach beide Augen schliesst und dem Team wohlwollend zu verstehen gibt, dass es nicht so schlimm ist und Fehler halt passieren.


Im Gegensatz zu einer schwachen Fehlerkultur, in welcher Fehler totgeschwiegen, Probleme verschleiert und Schuldige gesucht werden, steht hinter einer fehlerfreundlichen Kultur die Überzeugung, dass der konstruktive Umgang mit Fehlern grundlegend für den Erfolg der Organisation ist. Fehler sind nämlich Erfahrungswerte, die das Unternehmen bereichern. Zudem wird eine Kultur des Miteinanders gestaltet, in welcher eine vertrauensvolle Atmosphäre herrscht, wo Mitarbeitenden sich sicher fühlen, damit jeder sein Bestes geben kann.


Eine echte fehlerfreundlichen Kultur funktioniert jedoch nur mit einer Lösungsbrille.

Denn es gilt nach Lösungen zu suchen, statt Probleme zu analysieren und Schuldige zu benennen. Der Fokus richtet sich auf erste Lösungsschritte, die funktionieren.

Lösungsorientierung bedeutet, dass Probleme effizient gelöst werden können, ohne dass man die Ursachen im Detail kennen muss. Das heisst: man konzentriert sich nicht auf Probleme, sondern definiert korrespondierende Ziele, identifiziert die Gewinne aus der Zielerreichung, plant Schritte der Umsetzung, schaut auf die verfügbaren Ressourcen und verstärkt positive Entwicklungen, die sich bereits abzeichnen. Kurz gesagt, es geht darum, nach dem zu fragen, was in der jeweiligen Situation als nächster kleiner Schritt möglich ist.


Wir haben die Wahl.

Ob wir die Problembrille aufsetzen oder die Lösungsbrille hängt auch oft davon ab, wie wir in unserer Kindheit geprägt wurden. Wer hatte da eher die Problembrille auf? Wer die Lösungsbrille? Aber auch davon von welchen Menschen wir im Arbeitsumfeld umgeben sind. Welcher Art von Brillen tragen deine Mitarbeitenden, deine Vorgesetzten und deine wichtigsten Stakeholder?


Und was bewirkt die Problembrille? Was die Lösungsbrille? Wo ist der Unterschied?

Mit der Problembrille verstärkt sich die Sicht auf die Probleme. Wir setzen uns tiefgründig mit dem Problem auseinander. Wir fokussieren uns darauf was nicht läuft und damit auf Schwächen, Defizite und Fehler. Am Ende landet manch einer in der «Mehr-davon-Schleife» und verliert dabei nicht selten die Energie und Motivation.

Anders die Sicht durch die Lösungsbrille. Mit ihr schaut man auf Lösungen und somit auf Stärken, Fähigkeiten, Ressourcen und Erfahrungen. Hier steht das was bereits funktioniert und die Beschreibung der Lösung im Vordergrund. Was läuft gut? Wie könnten wir das für eine gute Lösung brauchen? Dadurch können vorhandene, aber derzeit nicht genutzte Kompetenzen und Möglichkeiten entdeckt und eingesetzt werden. Die Lösungsbrille ermöglicht Selbstorganisation und Entwicklung.


In meinen Trainings erlebe ich immer wieder Führungskräfte, die an der Grenze ihrer Belastbarkeit sind. Wenn ich sie dann frage, wie das kommt, erkennen sie, dass sie sich persönlich mit den Problemen ihrer Mitarbeitenden beschäftigen, anstatt die Mitarbeitenden zu aktivieren damit diese selbst Lösungen entwickeln.


Mit welcher Brille bist du unterwegs? Wie schaffst du es, dass deine Mitarbeitenden die Problembrille absetzen?


Lass uns gerne darüber reden, wie du deinen Fokus auf Lösungen verstärken kannst. Jetzt kannst du deinen kostenfreien Beratungstermin buchen.


Herzlich


Claudia


Aktuelle Beiträge

Alle ansehen