Der blinde Fleck in der Führung: Deine Motivation
- Claudia Buzzelli

- vor 2 Tagen
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Dienstagabend, kurz nach 19 Uhr.
Markus D. – Abteilungsleiter in einem grösseren KMU - sitzt noch im Büro. Der Tag war voll, viele Gespräche, viele Themen, viele Erwartungen. Nach außen lief alles „gut“. Keine Konflikte, alle To-dos abgearbeitet.
Und trotzdem bleibt ein ungutes Gefühl: Erschöpfung. Leere. Irgendetwas passt nicht mehr.
Er nimmt dieses Gefühl ins nächste Coaching. Auf meine Frage „Was motiviert dich gerade wirklich?“ kommt nach kurzem Zögern nur ein Schulterzucken. Was hier sichtbar wird, ist kein Einzelfall. Viele Führungskräfte funktionieren hervorragend – aber haben den Kontakt zu ihrer inneren Orientierung verloren.
Und genau das ist wichtig in der Führung.
Nicht das nächste Tool.
Nicht die nächste Strategie.
Sondern Klarheit in den vier inneren Dimensionen:
Motivation & Bedürfnisse Was treibt dich an – jenseits von Rollenanforderungen? Wer dauerhaft nur Erwartungen erfüllt, verliert irgendwann den Zugang zur eigenen Energiequelle. Führung ohne innere Motivation wird zur Pflichterfüllung.
Sinn & Werte Wofür stehst du eigentlich – unabhängig von Unternehmenszielen? Wenn diese Frage unklar bleibt, entsteht ein leises Auseinanderdriften zwischen dem, was du tust, und dem, was dir wichtig ist.
Entscheidung & Verantwortung Nicht im Sinne von Projektentscheidungen – sondern ganz persönlich: Wofür übernimmst du Verantwortung? Auch für deine eigene Zufriedenheit? Oder delegierst du sie an äussere Umstände?
Selbstwirksamkeit Erlebst du dich noch als gestaltend – oder nur noch als reagierend? Dieses Empfinden verändert, wie du führst. Und wie du dich selbst erlebst.
Zurück zur Markus vom Dienstagabend: Der Wendepunkt kam nicht durch weniger Arbeit. Sondern durch eine ehrliche Bestandsaufnahme:
„Was davon, was ich täglich tue, gibt mir eigentlich Energie – und was entzieht sie mir?“
Die Antworten waren unbequem.
Aber sie haben etwas verändert.
Er begann, bewusster Prioritäten zu setzen. Gespräche anders zu führen. Klarer zu benennen, was er will – und was nicht mehr.
Nicht radikal. Aber konsequent.
Und plötzlich kam etwas zurück, das lange gefehlt hatte: die eigene Motivation.
Drei Impulse für dich:
Beobachte eine Woche lang bewusst: Was gibt dir Energie – und was kostet dich viel Energie?
Prüfe, wo du nur Erwartungen erfüllst, statt eigene Schwerpunkte zu setzen
Nimm deine eigene Motivation genauso ernst wie die deines Teams
Führung bedeutet nicht nur, andere zu motivieren. Sondern auch, die eigene Motivation nicht zu verlieren.
Denn ohne sie wird Führung irgendwann leer.




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