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Was deine Kommunikation über deine Führung verrät.

Autorenbild: Claudia Buzzelli
Claudia Buzzelli
29. Sept.
3 Min. Lesezeit
MS Office
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  • Kannst du bitte zum Punkt kommen? Ich habe wirklich keine Zeit.

  • Am besten mache ich es selbst. Dann geht es wenigstens richtig.

  • Wie oft soll ich das noch erklären, bis es endlich verstanden wird?


Solche Aussagen oder Gedanken kennen viele Führungskräfte. Wenn der Kalender voll ist, Aufgaben nicht wie erwartet erledigt werden oder eine Botschaft scheinbar nicht ankommt.


Doch genau in solchen Momenten lohnt sich eine kurze Reflektion: Was verrät meine Reaktion über meine Haltung gegenüber meinen Mitarbeitenden?


Denn Haltung prägt Kommunikation – mehr, als wir oft denken.

1. Kannst du bitte zum Punkt kommen?


Volle Kalender gehören zum Führungsalltag. Effiziente Kommunikation ist wichtig. Doch wer ständig signalisiert, dass Gespräche zu lange dauern, bekommt möglicherweise genau das, was er vermeiden wollte: weniger Fragen, weniger Informationen, weniger offene Kommunikation. Wer das Gefühl hat, dass die Führungskraft keine Zeit hat, wird irgendwann nur noch das Nötigste sagen.


Die bessere Frage lautet deshalb: Wie kann ich Kommunikation klar und gleichzeitig wirksam gestalten?


Klare Gesprächsziele helfen. Eine gute Struktur hilft. Und manchmal hilft vor allem eines: zuhören. Denn nicht jede Minute eines Gesprächs ist verlorene Zeit. Eine zusätzliche Frage kann einen späteren Konflikt verhindern. Zuhören kann Missverständnisse vermeiden. Und echtes Interesse schafft Vertrauen.


Gute Kommunikation ist nicht möglichst kurz. Sie ist möglichst wirksam.

2. Dann mache ich es eben selbst.


Natürlich gibt es Situationen, in denen eine Führungskraft eine Aufgabe selbst übernehmen muss. Problematisch wird es, wenn daraus ein Muster entsteht.

Hinter „Dann mache ich es eben selbst“ steckt oft – unbewusst – die Haltung: Ich kann es besser. Wenn ich es nicht kontrolliere, wird es nicht gut.


Kurzfristig ist die Aufgabe vielleicht schneller erledigt. Langfristig entsteht jedoch ein anderes Problem: Mitarbeitende übernehmen weniger Verantwortung und entwickeln weniger Selbstständigkeit. In meinen Coachings höre ich dann oft: meine Mitarbeitenden sind passiv, ziehen nicht mit, sie sind unselbständig.


Die entscheidende Frage ist deshalb nicht: Wie bekomme ich das möglichst schnell erledigt? Sondern: Was braucht meine Mitarbeitende, um diese Aufgabe selbstständig und erfolgreich zu übernehmen?


Vielleicht mehr Klarheit, Hintergrundinformationen, Entscheidungsspielraum oder Feedback.


Gute Delegation bedeutet nicht einfach, Arbeit abzugeben. Sie bedeutet, Verantwortung zu übertragen und die Voraussetzungen für Erfolg zu schaffen.

3. Wie oft muss ich das noch erklären?


Wenn jemand etwas nicht versteht, ist die erste Reaktion schnell da: Das habe ich doch schon 10-mal erklärt. Doch „erklärt“ bedeutet noch lange nicht „verstanden“. Vielleicht fehlt der Zusammenhang. Vielleicht ist das Ziel nicht klar. Vielleicht braucht die Person eine andere Form der Erklärung – oder weniger Antworten und mehr Fragen.

Zum Beispiel:


  • „Was ist für dich noch nicht klar?“

  • „Was brauchst du, um das selbstständig lösen zu können?“

  • „Wie willst du vorgehen?“    


Damit wird aus Erklären Befähigen.


Es geht nicht mehr nur darum, Informationen weiterzugeben, sondern Verständnis und Eigenverantwortung zu entwickeln.


Gute Führung fragt nicht nur: „Habe ich es verständlich erklärt?“ – sondern: „Was braucht mein Gegenüber, damit es selbstständig damit arbeiten kann?“

Was alle drei Situationen verbindet


Hinter diesen drei Situationen steckt dieselbe Frage: Welche Haltung bringe ich meinem Gegenüber entgegen?


  • Wie viel vertraue ich meinen Mitarbeitenden?

  • Wie sehr traue ich anderen Verantwortung zu?

  • Wie offen bin ich für ihre Perspektive?

  • Und wie geduldig bin ich, wenn etwas nicht so läuft, wie ich es mir vorgestellt habe?


Mitarbeitende hören nicht nur die Worte einer Führungskraft. Sie spüren, wie man ihnen begegnet – ob ihnen etwas zugetraut wird, ihre Meinung zählt und Fragen willkommen sind.


Haltung zeigt sich – auch wenn sie nicht ausgesprochen wird.

Welche Haltung zeigst du in deiner Führung?


Ein professioneller Sparringspartner kann helfen, blinde Flecken sichtbar zu machen und neue Perspektiven zu entwickeln.


 
 
 

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