Coaching als Kulturhebel – wie Führung neue Räume schafft
- Claudia Buzzelli

- 19. Nov.
- 3 Min. Lesezeit

„Ich hatte früher das Gefühl, jedes Gespräch könnte gegen mich verwendet werden. Jetzt kann ich wieder sagen, was ich denke.“
Diesen Satz sagte eine Mitarbeitende in einer Feedbackrunde am Ende eines Teamworkshops. Vorausgegangen war ein halbes Jahr intensiver Arbeit mit der Führungsebene eines Dienstleistungsunternehmens. Die Ausgangslage war angespannt: Infolge mehrerer Reorganisationen herrschte Unsicherheit, Entscheidungen wurden kaum kommuniziert, und viele Mitarbeitende zogen sich innerlich zurück. Zwar wurden Ziele formuliert, aber sie erreichten die Teams nicht mehr als gemeinschaftlicher Impuls, sondern als stille Erwartung.
Im Coachingprozess mit den Führungskräften ging es nicht um neue Tools, sondern um Haltung, Klarheit und Verantwortung. Schritt für Schritt begannen die Führungskräfte, Entscheidungen transparent zu machen und Fragen wieder aktiv einzuladen. Es entstanden Räume für Austausch – auch für Widerspruch. Aus einem Klima der Vorsicht wurde ein Raum des Dialogs.
Und mit der veränderten Haltung der Führung wuchs das Zutrauen im Team. Mitarbeitende begannen, eigene Ideen zu äußern, untereinander nachzufragen, Verantwortung zu übernehmen. Kommunikation wurde nicht länger als Risiko empfunden, sondern als Werkzeug der Zusammenarbeit.
Führung prägt das Klima – täglich
Diese Erfahrung ist kein Einzelfall. Studien der International Coaching Federation (ICF) und des Human Capital Institute (HCI) bestätigen: Führungskräfte, die in Coaching investieren – sei es durch Einzelcoachings oder durch eine strategisch verankerte Coaching-Kultur –, beeinflussen nicht nur ihr eigenes Verhalten. Sie verändern auch ihr Umfeld. Laut der ICF/HCI Global Coaching Study (2023) berichten 72 % der befragten Organisationen von einem klaren Zusammenhang zwischen Coaching und gesteigertem Mitarbeiter-Engagement. Und: Gecoachte Führungskräfte wirken als Multiplikatoren. Sie geben Gelerntes weiter – in Sprache, in Haltung, in Entscheidungen.
Führung beeinflusst nicht nur Ergebnisse, sondern auch das tägliche Miteinander. Sie entscheidet darüber, wie Entscheidungen getroffen werden – transparent oder intransparent, nachvollziehbar oder über die Köpfe hinweg. Sie gestaltet, wie offen gesprochen wird – mit Angst oder mit Vertrauen. Und sie gibt vor, wie Menschen miteinander arbeiten – nebeneinander oder wirklich zusammen.
Gerade HR-Professionals und Executive Coaches wissen: Eine gesunde Führungskultur lässt sich nicht verordnen. Aber sie lässt sich entwickeln – durch Reflexion, durch Bewusstsein und durch gezielte Impulse von außen. Coaching schafft dabei einen Raum, in dem sich Führungskräfte nicht nur neue Fähigkeiten aneignen, sondern auch ihre Wirkung im System verstehen. Sie lernen, wie sehr ihr Verhalten das Verhalten anderer prägt – und wie stark sich Veränderung auf der oberen Ebene nach unten auswirkt.
Von der Einzelperson zur Kulturveränderung
Coaching kann schon als punktuelle Intervention wertvolle Impulse setzen – indem Führungskräfte Klarheit gewinnen, Haltungen reflektieren oder neue Handlungsspielräume entdecken. Doch gerade dann, wenn Coaching langfristig und strategisch eingebunden wird, entwickelt es eine Hebelwirkung, die weit über das Einzelgespräch hinausreicht. Es verändert Entscheidungen, Kommunikation und Beziehungsgestaltung – zunächst auf individueller Ebene, dann im Team und schließlich in der gesamten Organisation.
Unternehmen, die Coaching als festen Bestandteil ihrer Führungs- und Entwicklungskultur etablieren, investieren damit nicht nur in persönliche Entwicklung, sondern schaffen ein Umfeld, in dem Vertrauen, Transparenz und Verantwortung wachsen. Das zeigen nicht zuletzt Beispiele großer Organisationen wie Intel oder AstraZeneca, die Coaching gezielt zur Stärkung ihrer Führungskultur einsetzen – mit messbarem Erfolg.
Führung wirkt. Und Coaching hilft, diese Wirkung bewusst zu gestalten. Wer als HR-Professional oder Führungskraft in eine echte Dialogkultur investieren will, findet darin ein kraftvolles Instrument – mit Wirkung weit über das Einzelgespräch hinaus.
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